Der Drehstromgenerator, auch Wechselstromlichtmaschine, ist der mordernste Stromerzeuger beim Wartburg. Sein prinzipieller Aufbau ist folgender: Auf der Welle befinden sich der Klauenpolläufer mit der Ringspule als Erregerwicklung und die zwei Schleifringe. Geführt ist dieser Rotor in dem vorderen und dem hinteren Leichtmetallschildlager in Wälzlagern. Im Stator befindet sich die in Stern geschaltete dreiphasige Ankerwicklung. Das hintere Schildlager nimmt den Gleichrichterblock bzw. die Einzeldioden und den Kohlebürstenhalter auf. Die Kühlung dieses leistungsstarken Generators übernehmen die Kühlschaufeln der Antriebsriemenscheibe. Die drei Phasen des Drehstromsystems werden über ein Zweiweggleichrichtungssystem in Gleichspannung umgewandelt.
Dieser Generator kann eine Leistung von 500 bis 600W bei einer Spannung von 12V erzeugen und hat entsprechend seiner Baugröße ein günstiges Masse-Leistungs-Verhältnis. Der Verschleißgrad und der Wartungsaufwand sind sehr gering. Der Generator arbeitet drehzahlunabhängig hinsichtlich der Kommutierung (Drehzahlbereich etwa 3000 bis 12000 U/min), da die Gleichrichtung von Dioden übernommen wird. Sein Vorteil besteht unter anderem in der ständigen Batterieladung (auch bei Leerlaufdrehzahl), da kein Rückstromschalter die Batterieladung ein- oder ausschaltet.
Es sei als bekannt vorrausgesetzt, dass Gleichstromgeneratoren durch ihre Remanenz ohne fremde Erregung arbeiten. Anders sieht es bei dem Drehstromgenerator aus. Hier ist eine fremde Erregung erforderlich. Beim Einschalten der Zündung wird deshalb über den Spannungsregler, die Kohlebürsten und die Schleifringe die Erregerwicklung im Klauenpolläufer unter Spannung gesetzt – es fließt ein Erregerstrom. Am Läufer entstehen an den Klauenpolhälften entgegengesetzte magnetische Pole. Dreht sich der Läufer, wird wegen der unterschiedlichen Polarität der Läuferpole in den drei Spulen (Phasen) des Stators Wechselstrom induziert. Dieser 3-Phasen-Wechselstrom wird als Drehstrom bezeichnet.
Durch die Schaltung der Dioden – Durchlaßrichtung vom Drehstromgenerator zur Batterie und den Verbrauchern – wird eine Sperrung in umgekehrter Richtung bewirkt. Diese technische Lösung ersetzt den Rückstromschalter. Die Batteriespannung liegt deshalb immer am positiven Anschluß (Klemme 30) des Generators an.
![]() |
Prinzipschaltung der |
Auch der oft unbeachtete Generator muß gepflegt und gewartet werden. Es ist zwischen mechanischen und elektrischen Pflegearbeiten zu unterscheiden. Die mechanische Pflege bezieht sich hauptsächlich auf eine betriebsfähige Lagerung des Ankers, ausreichende Schmierung der Lager, festen Sitz der Antriebsriemenscheibe uns nicht zuletzt auf den festen Sitz des Generators. Es ist zu beachten, dass die vorhandenen Kühlluftschlitze stehts sauber- und offengehalten werden, damit keine Überhitzung durch mangelnde Kühlluft eintritt.
Die Wartungsarbeiten an den elektrischen Teilen sind wesentlich umfangreicher. Von Wichtigkeit ist, dass alle elektrischen Verbindungen, wie Kabelanschlüsse und Lötstellen, einwandfreien Kontakt haben. Es kommt sonst leicht zum Verbrennen der defekten Stellen infolge der Wärmewirkung des elektrischen Stroms. Da der gesamte Strom vom Kollektor über die Bürsten entnommen wird, ist auf diese Teile besonders Obacht zu geben. Die Kohlebürsten müssen leichtgängig in den Bürstenhaltern sitzen, d.h., ein Klemmen führt zu Schäden. Außerdem ist zu beachten, dass die Kohlen ausreichende Länge und die Druckfedern an den Kohlebürsten die erforderliche Spannung haben. Beim Einsetzen neuer Kohlebürsten ist zu beachten, dass sie an der Lauffläche eingeschliffen sind und ohne Schwingen laufen.
Sollte festgestellt werden, dass die Kohlen in einem Gleichstromgenerator schwingen, so ist zu untersuchen, ob der Kollektor unrund läuft oder die Lagerung des Ankers Spiel hat. Ein unrunder Kollektor muß in einer mechanischen Werkstatt abgedreht und poliert werden. Keinesfalls darf er mit Feilen, Messern und sonstigem „groben“ Werkzeug bearbeitet werden. Es ist darauf zu achten, dass der Glimmer zwischen den Kollektorlamellen etwa 1 mm tiefer ausgesägt wird. Dies ist nur in einer Fachwerkstatt mit entsprechenden Einrichtungen möglich, oder man ist einfach die Fachwerkstatt selbst. Die Kohlen müssen mit der gesamten Oberfläche aufliegen. Der Kollektor ist stets metallisch sauber zu halten, um eine sonst mögliche Funkenbildung zu vermeiden. Ferner ist darauf zu achten, dass immer die Original-Kohlebürsten beim Auswechseln verwendet werden.
Beim Wechseln der Kohlebürsten ist noch darauf zu achten, dass sie (in Abhängigkeit von der Generatorart) nicht verwechselt werden, weil die Verbindungsschlitze der Minuskohle keine Isolation hat.
Wenn der Generator infolge eines Kurzschlusses doch einmal Schaden erleidet, dann ist zu untersuchen, ob Anschlüsse am Kollektor nicht ausgelötet sind. Ist das der Fall, so müssen die Spulenenden der Wicklungen des Ankers mit einem elektrischen Lötkolben unter Hinzugabe von Lötzinn wieder in die Kupferlamellen des Kollektors eingelötet werden. Sind gar die Spulen verbrannt, dann ist nur eine Neuanschaffung des Ankers anzuraten.
Ihr habt Probleme mit dem Generator am 311er? Bei Scoobies Störungssuche gibts Hilfe.
Ihr habt Probleme mit dem Generator am 353er? Hilfe gibts beim WartburgPeter.