Die Kupplung

Beschreibung und Wirkungsweise der Kupplung

Die Kraftübertragung erfolgt vom Motor über die Kupplung auf das Getriebe und von dort über die Gelenkwellen zu den Vorderrädern.
Die Kupplungsgarnitur besteht aus der Kupplung LR10-13K bzw. T10-12K, dem Drehschwingungsdämpfer LR10ER und dem Kugellagerausrücker LR10.
Die Kupplung LR10-13K besitzt eine ununterbrochene Reibfläche. Die Anpresskraft wird von den zwischen den Kupplungshebeln angeordneten sechs äußeren und drei (wechselweise angeordneten) inneren Kupplungsdruckfedern erzeugt. Sie wird durch den wartungsfreien Kugellagerausrücker LR10 über eine Ausdrückplatte mit eingepresstem Graphitring und drei Kupplungshebeln ausgerückt.
Durch den zweistufig wirkenden Drehschwingungsdämpfer LR10ER werden sowohl im Leerlauf- als auch im Lastbereich die durch Drehschwingungen verursachten Getriebegeräusche gedämpft. Für diesen Drehschwingungsdämpfer wird der gewickelte Kupplungsbelag Cosid 3500 verwendet, der eine nicht unterbrochene Kupplungsdruckplatte erfordert.
Die Kupplung ist nicht nachstellbar und darf deshalb an den Kupplungshebeln nicht verstellt werden. Die durch den natürlichen Verschleiß des Kupplungsbelages bedingte Nachstellung des Kupplungsfußhebelspiels darf nur am Kupplungsseilzug vorgenommen werden.
Ab 05.05.1969 wurde die Tellerfederkupplung T10-12K unter bleibender Verwendung des Drehschwingungsdämpfers LR10ER und es Kugellagerausrückers LR10 anstelle der Kupplung LR10-13K eingebaut.
Eine Einzelinstandsetzung der Tellerfederkupplung ist zunächst nicht vorgesehen, so dass die nachstehende Beschreibung für die Kupplung LR10-13K gilt. Der Aus- oder Einbau wird in gleicher Weise vorgenommen.


Kupplung ausbauen

1. Motor ausbauen
2. Kupplung aus der Schwungscheibe ausbauen, indem man die sechs Befestigungsschrauben an der
    Schwungscheibe gleichmäßig löst.


Kupplung überholen

Muss die Kupplung demontiert werden, um Einzelteile auszuwechseln bzw. nacharbeiten zu können, dann müssen die Kupplungshebel erst von der Kraft der Kupplungsdruckfedern entlastet werden, bevor die Sicherungsbleche aufgebogen werden können. Das Entlasten der Kupplungshebel kann mit der Vorrichtung im folgenden Bild erfolgen.




Die drei um 120° versetzten 9mm-Bohrungen liegen auf einem Lochkreis von 200 + 0,2mm Durchmesser. Eine Seite der Platte muss sauber bearbeitet sein, um damit die Kupplung auch einstellen zu können.

Ist die Reibefläche der Kupplungsdruckplatte rissig oder eingelaufen, dann ist sie auf der Drehmaschine planzudrehen. Dabei darf die Mindestdicke von 10mm nicht unterschritten werden.
Bei der Montage einer nachgedrehten Kupplungsdruckplatte müssen in allen Federtüllen Scheiben von der Dicke des an der Reibefläche abgedrehten Materials beigelegt werden.

Bei der Einstellung einer überholten Kupplung muss der Abstand zwischen Reibfläche und Kupplungsdeckelunterseite auf 16 + 0,1mm eingestellt werden. Dazu benutzt man am Besten die im vorangestellten Bild gezeigte Vorrichtung. Danach wird der Abstand zwischen Reibfläche und Graphitring durch Verdrehen der Einstellschrauben auf 44,5 + 0,2mm eingestellt.

Sind beide Einstellmaße kontrolliert (an drei Stellen messen), werden die Sicherungsbleche umgebogen. Zur Montageerleichterung sind drei Montagebügel beizulegen.




Zur Überprüfung der Stirnlaufabweichung ist der Drehschwingungsdämpfer auf eine Antriebswelle zu stecken und beiderseits zu überprüfen (zulässige Stirnlaufabweichung 0,4mm). Bei dieser Prüfung ist darauf zu achten, dass die Nabe spielfrei auf der Antriebswelle sitzt.
Wenn die zulässige Stirnlaufabweichung überschritten und eine Feder gebrochen ist, so ist der Drehschwingungsdämpfer auszuwechseln.

Sind die Kupplungsbeläge des Drehschwingungsdämpfers gebrochen, verölt oder stark verschlissen, so ist grundsätzlich ein auswechseln der Beläge erforderlich.
Um ein Verziehen der geschränkten Kupplungsscheibe zu verhindern, sind die Hohlniete auszubohren. Der Drehschwingungsdämpfer ist so zu belegen, dass jeder Belag einzeln angenietet wird. Niemals beide Beläge zusammennieten!
Es ist darauf zu achten, dass nur der Kupplungsbelag Cosid 3500 verwendet wird. Die Dicke des Drehschwingungsdämpfers mit neuen Belägen muss 9,1 + 0,4mm bzw. 9,1 - 0,2mm betragen.


Kupplung anbauen

Hierbei muss unbedingt darauf geachtet werden, dass ein Drehschwingungsdämpfer mit dem gewickelten Kupplungsbelag Cosid 3500 nur zusammen mit einer Kupplung mit nicht unterbrochener Kupplungsdruckplatte eingebaut werden darf.
Der Drehschwingungsdämpfer wird mit dem Zentrierdorn W-88 928 in die Schwungscheibe eingesetzt. Erfahrungsgemäß tut es aber auch der angeschliffene Holzgriff eines Handfegers. ;-)
Die überholte und neu eingestellte Kupplung wird über den Zentrierdorn in die Schwungscheibe eingesetzt, wobei die Zentriernasen im Kupplungsdeckel genau in die Schwungscheibe passen müssen. Danach sind die Sechskantschrauben mit Federringen anzuziehen. Bei fest angeschraubter Kupplung müssen der Zentrierdorn und die drei Montagebügel leicht zu entfernen sein.


Störungssuche

Ihr habt Probleme mit der Kupplung am 311er? Bei Scoobies Störungssuche gibts Hilfe.

Ihr habt Probleme mit der Kupplung am 312er bzw. am 353er? Hilfe gibts hier.


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