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Fahrt zur OLDTEMA 2010
Konservierungsarbeiten am Dach beim W353 Tourist PDF Drucken E-Mail

 

oder „Korrosionsfreundliches Konstruieren mit dem Karosseriewerk Halle“

...dokumentiert von Tobias

 

Mein Kombi ist vom Lackierer zurück. Bevor es an die Endmontage geht (ich habe mittlerweile eine To-Do-Liste die ungefähr eine A4-Seite groß ist – und seltsamerweise wächst die immer noch) muss konserviert werden. Schließlich muss das Auto wieder mindestens zwanzig Jahre halten, ehe ich mich wieder an die Arbeit machen will.

Generell ist zu sagen, dass die ganze Konstruktion recht gammelfreudig gebaut wurde. An einigen Stellen sitzen Querträger, zwischen denen und der Dachhaut Moosgummi eingelegt wurde. Da eindringende Feuchtigkeit ins Moosgummi zwar gut rein, aber nur noch schlecht rausgeht, eine ideale Brutstätte für Rost. Leider ist das Entfernen des Moosgummis auch keine Lösung, denn dann hat die Dachhaut keinen Halt mehr. Ebenso ist der Falz zwischen Dachhaut und Karosseriekörper ein steter Quell der Freude bzw das Gammels. Das Dach ist an der Karosserie fest gepunktet. Dabei wurde Dichtmasse verwendet, die heutzutage meist ausgehärtet ist, und deswegen auch nicht mehr wirklich dichtet. Bei vielen Wartburgs findet man deswegen Rost zwischen Dachhaut/Regenrinne und  Karosserie. Mein Freund Peter hat hier den Tipp geäußert, das ganze mit Owatrol zu behandeln. Nach längerer Beratung mit dem Korrosionsschutzdepot habe ich diesen Tipp befolgt. Das Dach war innen leicht angerostet, und außerdem durch das Strahlen des Unterbodens stellenweise ein wenig angeschlagen. Alles mit Owatrol gepinselt, zwei Tage gewartet und noch mal Owatrol drauf. Und – was soll ich sagen – Peter hat recht. Das Zeug kriecht wirklich überall hin. Fast schon beängstigend. Ich habe das ganze Dach zweimal gestrichen, und die Moosgummis förmlich mit Owatrol getränkt. Fertig.

Nebenbei habe ich auch noch einige andere Stellen mit Owatrol behandelt. Die C-Säulen, die Falze der Türen, den Übergang zwischen vorderem Innen- und Außenkotflügel, die Falze an der hinteren Kofferraumstehwand – eigentlich alle Stellen an denen Falze sind. Auch da wieder beeindruckend die Kriechfähigkeit. Die Flecken auf dem Boden unter dem Auto sind nicht zwangsläufig da, wo am Auto Löcher sind, auch nicht zwangsläufig da, wo man das Zeug eingebracht hat.

Später wird die ganze Karosse noch mit Mike Sanders Korrosionsschutzfett geflutet, das allerdings erst, wenn der Kompressor der Erfurter PGH wieder funktionsfähig ist. Am Dach wird Sanders auch nur noch punktuell zum Einsatz kommen. Dies aus mehreren Gründen:

-          Sanders ist Hohlraumfett, und das Dach ist eigentlich kein Hohlraum

-          Sanders kriecht bei Wärme überall hin. Das kann dazu führen, dass der Himmel anfängt Fettflecken zu kriegen. Sicherlich ist das besser, als Rostflecken, aber immer noch unschön.  Und da beim Wechsel des Himmels die Frontscheibe mit raus muss, habe ich beschlossen, dass Owatrol reicht.

-          Zum Geräuschdämmung plane ich Schaumstoffdämmplatten (gibt’s beim KFZ-Zubehörhandel) zu verbauen. Damit habe ich bei meiner Limousine gute Erfahrungen gemacht. Das Korrosionsschutzdepot meint, dass die auf Owatrol kleben würden, auf Sanders aber eher nicht. Also Owatrol.

 

Hier noch ein paar Bilder (anklicken zur Volldarstellung):

 

Das hintere Seitenfenster. Der Pfeil deutet auf ein nettes Verstärkungsprofil, welches fest gepunktet ist. Da sollte auf alle Fälle Owatrol hinterlaufen! Ist jetzt auch…




Hier ein nettes Panorama der Heckklappenöffnung. Sehr schön zu sehen das Moosgummi, auch die Bleche an denen der Himmel später befestigt wird.




Die rechte C-Säule. Auch hier die Verstärkungsbleche des hinteren Seitenfensterrahmens, und Löcher innen in der Säule, an den Stellen, wo außen die „Pippusse“ der schwarzen Entlüftungsabdeckung sitzen. Sollte diese Abdeckung vielleicht anfänglich bei der Endmontage der Autos festgeschraubt werden? Oder weshalb sind da Löcher? Noch ein Problem, welches der Aufklärung harrt.



Die Gegenseite, ohne Löcher. Dafür zu sehen, etwas Flugrost unter den Verstrebungen der Heckklappenfedern, das Moosgummi unter dem Querholm (der große braune Fleck ist ein Rest Antidröhnpaste), und die Entwässerung des Schiebedaches. Ich habe hier die Schläuche erneuert. Leider ist der neue Schlauch von der Wandstärke etwas zu dick, also muss ich die Löcher im Kofferraumboden noch mal aufweiten. Interessanterweise fehlen hier die inneren Löcher für die Pippusse. Weiß vielleicht einer der auch einen Touri hat mehr? Wenn ja, e-Mail an mich!




Die Entwässerung rechts hinten. Die grauen Flecken sind Spuren des Sandstrahlers.



C-Säule rechts hinten unten. Wie nett, dass da schon ein Loch zum konservieren ist, auch wenn da noch mehr zu tun sein dürfte. Immerhin sitzen an der Stelle, wo der untere Kreis ist,  drei Bleche übereinander! 

 

Die rechte C-Säule von der Seite (Die Küchenrolle sitzt anstelle einer Dichtung zwischen Tür und Rahmen). Auch vorne hat man mit übereinander sitzenden Blechen nicht gespart!

 

Die hintere Kante des Schiebedachluke. Hier läuft (rote Ellipse) eine Strebe quer durch, die auch fröhlich vor sich hin gammelt. Außerdem sitzt da noch eine Gummidichtung. Das Abschleifen des Rostfleckes links oben habe ich mir nach einigen Verrenkungen geschenkt. Owatrol soll’s richten. Man kommt da zwischen Schiebedachrahmen und Dach mit keiner Maschine mehr hin, nur noch mit der Hand. Ohne Schleifklotz.

 

Hier sieht man, dass die Dachhaut im Ausschnitt neunzig Grad nach unten umgelegt wurde, und dann mit dem Schiebedachrahmen verschweißt.

 

Dieselbe Stelle von innen. Viel Korrosionsschutz war da anscheinend nicht.

 

Der Windschutzscheibenrahmen-Dach-Übergang. Man beachte die eleganten Schweißpunkte an dem Knotenblech! Den Ablaufschlauch muss ich noch austauschen, der ist ohnehin zu kurz. Was sich die Helden dabei gedacht haben, den in der A-Säule enden zu lassen, anstatt ihn nach außen zu legen… War wahrscheinlich wieder eine Neuereridee.

 

Man beachte, dass das Knotenblech hier an der Innenseite etwas absteht. Normale Fertigungstoleranz, oder musste das Auto schon mal eine größere Reparatur über sich ergehen lassen? Immerhin sind innen an der rechten A-Säule auch Knicke, und die rechte C-Säule sieht anders aus als die linke.

 


Hier sieht man, wie kurz der Originalschlauch ist. Immerhin hat hier im Schlauch runter gelaufenes Owatrol gleich noch das Bodenblech mit verarztet. Da dürfte jetzt langsam nichts mehr passieren: spritzverzinkt, mit POR 15 lackiert, dann noch mit normalem Lack und jetzt noch Owatrol…

 

Ein anderes Detail am Unterboden: Die Naht, wo das neue Bodenblech eingesetzt wurde. Der Karosseriebaumeister macht übrigens schönere Schweißpunkte als die Jungs im Karosseriewerk…

Die Fangbänder sind übrigens das erste, was ich nach der Owatrol-Aktion montiert habe. Ursprünglich sollten die noch vorher wieder rein, aber da mussten wir sie erst mal finden. Vor Montage der Fangbänder bin ich – die Türen hatte der Lackierer zum Transport noch mit Küchenkrepp und Klebeband zugeklebt – nur über die Heckklappenöffnung (Heckklappe muss auch erst noch wieder montiert werden) rein und raus, jetzt kann ich wieder Türen öffnen. Wäre zu schade, wenn ich jetzt eine Tür mal zu weit öffne…

 


 

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